Schulgeschichte

Von den Anfängen im Mittelalter bis zur modernen Schule

Die Geschichte des heutigen Ostalb-Gymnasiums reicht weit zurück und ist eng mit der Bildungsentwicklung der Stadt Bopfingen verbunden. Bereits im Jahr 1342 finden sich erste Hinweise auf schulisches Leben vor Ort – ein bemerkenswert früher Beleg für die Bedeutung von Bildung in der Region.

Über viele Jahrhunderte hinweg hat sich die Schule stetig weiterentwickelt und dabei gesellschaftliche, politische und pädagogische Veränderungen aufgegriffen. Vom mittelalterlichen Unterricht über die bürgerlich geprägten Schulformen des 19. Jahrhunderts bis hin zum modernen Gymnasium zeigt sich eine kontinuierliche Entwicklung, die Tradition und Fortschritt miteinander verbindet.

Zusammenfassende Darstellung der Schulgeschichte des Ostalb-Gymnasiums

Die Wurzeln unserer Schule:
Lateinschule (14. – 19. Jahrhundert)

Die schulische Tradition in Bopfingen reicht bis ins 14. Jahrhundert zurück. Die früheste Quelle zur Schulgeschichte ist ein historisches Schulzeugnis vom 12. Dezember 1342. In diesem Dokument bestätigten Amtmann, Rat und Bürger dem Schüler Sifrid, Sohn des Chunrad Holtzmann, dass er so gelebt habe, „wie ein ehrbarer Schüler leben soll“. Als erste Schulmeister sind Ulrich Haynolt für das Jahr 1423 und Hans Gugger für das Jahr 1459 namentlich erwähnt.

Bis ins 16. Jahrhundert lag die Schulaufsicht in kirchlichen Händen, ging dann auf die Stadt und im 19. Jahrhundert auf das Königreich Württemberg über. Im Zuge der Reformation und dem Beitritt Bopfingens zum Schmalkaldischen Bund im September 1546 wurde die Stadt endgültig evangelisch. In der Folge erhielt die Lateinschule in den 1550er Jahren einen „teutschen“ (deutschen) Zug. Seit 1546 trug der Schulleiter – beginnend mit Leonhard Kraftmaier – den offiziellen Titel „Präzeptor“.

Eine besondere räumliche Herausforderung jener Zeit war die Unterbringung: Bis ins 16. Jahrhundert diente das heute nicht mehr erhaltene „Uralte Schulhaus“ am Stadtgraben als Lateinschule. Ab 1577 wurden die lateinische und die deutsche Abteilung im „Alten Schulhaus“ zusammengelegt: Beide Abteilungen teilten sich dort einen einzigen Raum mit nur einer Eingangstür und einem Ofen, der lediglich durch eine einfache Bretterwand notdürftig getrennt war. 1814 wurde dieses Gebäude abgerissen und bis 1815 durch das neue „Präzeptorhaus“ am Kirchplatz ersetzt, welches bis 1856 als Schul- und Lehrerwohnhaus diente. Die Initiative für diesen Neubau ging von Stadtpfarrer Buttersack aus, da das Präzeptorenamt von Oktober 1814 bis 1817 verwaist war.

Die Bedingungen in diesen frühen Jahren waren teils äußerst widrig: Weil sich 1801 aufgrund des sehr geringen Gehalts kein neuer Präzeptor fand, musste provisorisch ein früherer Zeugmacher namens Schazmann unterrichten, der den fachlichen Anforderungen jedoch kaum gewachsen war. Auch Erziehungsvorgaben der Zeit sind überliefert: So verbot eine Schulordnung von 1809 unter anderem das „höhnische Verlachen“ von Bettlern und Juden auf dem Schulweg. Eine prägende Figur im 19. Jahrhundert war der Präzeptor Christoph Johann Holzbauer (1817–1856). Er erteilte ab 1830 Französischunterricht und führte den Turnunterricht in Bopfingen ein, wurde jedoch vom Königlichen Studienrath in Stuttgart kritisiert, weil er darüber angeblich den Deutschunterricht vernachlässigte.

Die Wurzeln unserer Schule: 
Lateinschule (14. – 19. Jahrhundert)

Vom „Neuen Schulhaus“ zur Oberschule (1847 – 1948)

Für die Gründung einer Realschule in Bopfingen wurde in den Jahren 1845 bis 1847 das „Neue Schulhaus“ erbaut. Bemerkenswert war die damalige Raumnutzung: Der Unterricht fand im neu erbauten Obergeschoss statt, während im Erdgeschoss eine Arrestzelle und das Zimmer des städtischen Nachtwächters untergebracht waren. Erst 1881 wurde das Gebäude um ein Stockwerk erhöht, woraufhin die Realschule in den dritten Stock zog. In den Jahren 1848 bis 1851 setzte Reallehrer Böklen gegen einige Widerstände den Turnunterricht in Bopfingen durch. Später, von 1882 bis 1905, erteilte Reallehrer Albert Pfister ambitionierten Schülern Privatunterricht, um sie auf die Aufnahme in die Oberrealschulklassen vorzubereiten – wenngleich seine pädagogischen Methoden teilweise umstritten waren.

Ein großer Schritt in Richtung Gleichberechtigung erfolgte 1909, als erstmals Mädchen an der Realschule aufgenommen wurden. Dieser Zuwachs machte die Schaffung einer Hilfslehrerstelle erforderlich, die im Jahr 1918 in eine reguläre zweite Reallehrerstelle umgewandelt wurde. Während der Zeit des Nationalsozialismus fiel die koedukative Struktur jedoch der Gleichschaltung zum Opfer: Die Niedere Realschule wurde 1938 in getrennte Oberschulen für Jungen und Mädchen aufgeteilt.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Bopfingen im Oktober 1941 bombardiert. Nach Kriegsende eröffnete die amerikanische Zonenverwaltung die Oberschule im Dezember 1945 wieder. Erster Nachkriegsschulleiter wurde Ernst Otto Schwarz, und als Schulgebäude diente vorerst das heutige hintere Rathausgebäude.

Vom „Neuen Schulhaus“ zur Oberschule (1847 – 1948)

Die Ära des Albert-Pfister-Progymnasiums (1948 – 1975)

Anlässlich der Jahrhundertfeier im Jahr 1948 erhielt die Oberschule den Namen „Albert-Pfister-Progymnasium“. Bis 1961 verblieb das Progymnasium im „Neuen Schulhaus“, welches dann 1964 der neu gegründeten Realschule überlassen wurde. Das Progymnasium bezog stattdessen den heutigen „Altbau“ des Bildungszentrums, der mit Aula, großen Klassenzimmern und Fachräumen ein für damalige Verhältnisse modernes Gebäude darstellte. Seit 1952 liegt die Schulaufsicht beim neu gebildeten Bundesland Baden-Württemberg.

Zwischen 1970 und 1975 veränderte die landesweite Verwaltungsreform Bopfingen grundlegend: Acht umliegende Gemeinden wurden eingegliedert, wodurch die Einwohnerzahl massiv von 4.106 auf 11.863 anstieg. Dieser Zuwachs ließ die Schülerzahlen steigen und weckte den Bedarf an einer schulischen Erweiterung. Am 1. März 1971 verfasste der Bopfinger Bürgermeister eine eindringliche, 14-seitige Denkschrift an das Oberschulamt Stuttgart, in der der Ausbau des Progymnasiums zu einem Vollgymnasium als „dringende Notwendigkeit“ deklariert wurde. Im Jahr 1972 übernahm schließlich Jürgen Schick die Schulleitung des Progymnasiums, welches damals im heutigen Aula-Gebäude untergebracht war.

Die Ära des Albert-Pfister-Progymnasiums (1948 – 1975)

Gründung und Weiterentwicklung des Ostalb-Gymnasiums (seit 1975)

Die intensiven Bemühungen der Stadt trugen rasch Früchte: 1975 wurde das Progymnasium zum Vollgymnasium erhoben und in „Ostalb-Gymnasium“ umbenannt. Bereits 1977 legte die erste Oberstufenklasse erfolgreich das Abitur ab, und 1978 wurde das Kurssystem der „reformierten Oberstufe“ eingeführt. Um den stetig wachsenden Raumbedarf zu decken, wurde von 1973 bis 1976 für rund 12 Millionen DM das markante, achteckige Hauptgebäude errichtet. Es ist so aufgeteilt, dass das Gymnasium die Nordseite und die Realschule die Südseite nutzt.

Die schulische Infrastruktur wurde in den folgenden Jahrzehnten kontinuierlich erweitert: Im Jahr 2000 konnte auf der Ostseite ein Neubau mit 12 zusätzlichen Klassenzimmern eingeweiht werden. Nach der landesweiten Einführung des achtjährigen Gymnasiums (G8) im Jahr 2004 folgte 2007 die Eröffnung der neuen Schulmensa. Zudem wurde die Schule in vier Phasen (2012, 2014, 2016 und 2018) umfassend energetisch saniert.

Auch international vernetzte sich die Schule: In den 1990er Jahren startete die erfolgreiche Schulpartnerschaft mit Loo in Estland. Unter der Leitung von Dieter Kiem (1999–2016) und seinem Nachfolger Dr. Pascal Bizard (seit Mai 2018) entwickelte sich das Ostalb-Gymnasium stetig weiter. Die Corona-Pandemie (2021–2023) erforderte phasenweise Videounterricht und beschleunigte die Digitalisierung. In den Sommerferien 2022 machte die Schule mit der Ausstattung aller Räume mit digitalen Tafeln und Access-Points einen großen technologischen Schritt. Aktuell rüstet sich das Ostalb-Gymnasium für die 2025 anstehende Wiedereinführung des neunjährigen Gymnasiums (G9) in Baden-Württemberg.

Gründung und Weiterentwicklung des Ostalb-Gymnasiums (seit 1975)

Quellenverzeichnis

  1. Archivbestände
    • Evangelisches Kirchenarchiv Bopfingen (Bestände 14. bis 19. Jahrhundert).
    • Schularchiv Ostalb-Gymnasium, Bopfingen (Bestände ab 1972 sowie thematische Dossiers zur Schulgeschichte).
    • Staatsarchiv Ludwigsburg (Bestände 14. bis 20. Jahrhundert).
    • Stadtarchiv Bopfingen (Bestände 19. bis 20. Jahrhundert).
  2. Literatur und Publikationen
    • Enßlin, Helmut: Bopfingen. Freie Reichsstadt – Mittelpunkt des württembergischen Rieses. Stuttgart / Aalen 1971.
    • Schwarz, Ernst Otto: Bopfingens Lateinschule – einst nur ein einziger Raum. In: „ihr“.Wochenmarkt, 22. September 1976.
    • Schwarz, Ernst Otto: Die Entwicklung der Lateinschule bis heute. In: „ihr“.Wochenmarkt, 6. Oktober 1976.
    • Schwarz, Ernst Otto: Von der Lateinschule zur Realschule. In: „ihr“.Wochenmarkt, 29. September 1976.
    • Schwarz, Ernst Otto: Zur Geschichte des Albert-Pfister-Progymnasiums Bopfingen. Unveröffentlichtes Typoskript, Schularchiv Ostalb-Gymnasium Bopfingen.
    • Wudy, Ermelinde: Die Geschichte Bopfingens bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges. In: Bopfingen. Landschaft – Geschichte – Kultur, hrsg. von der Stadt Bopfingen. Stuttgart 1992, S. 62–132.

KI-generierter Podcast zur Schulgeschichte des OAG

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